Leberenzyme bei Kindern und Jugendlichen

Magnus J Johansen, Julie Gade, Stefan Stender, Christine Frithioff-Bøjsøe, Morten A V Lund, Elizaveta Chabanova, Henrik S Thomsen, Oluf Pedersen, Cilius E Fonvig, Torben Hansen, Jens-Christian Holm
The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, Volume 105, Issue 2, February 2020, dgz010

Abstract

Hintergrund

Erhöhte Plasmakonzentrationen von Leberenzymen werden routinemäßig als Marker für Leberschäden bei Erwachsenen und Kindern verwendet. Derzeit sind die alters- und geschlechtsspezifischen Auswirkungen von Adipositas auf die pädiatrischen Leberenzymkonzentrationen unklar.

Methoden

Wir haben Teilnehmer aus zwei Kohorten dänischer Kinder und Jugendlicher einbezogen: 1858 aus einer bevölkerungsbasierten Kohorte und 2155 mit Übergewicht oder Adipositas, im Alter von 6 bis 18 Jahren. In beiden Kohorten wurden alters- und geschlechtsspezifische Perzentilkurven für die Nüchtern-Plasmakonzentrationen von Alanin-Transaminase (ALT), Aspartat-Transaminase (AST), Laktat-Dehydrogenase (LDH), Gamma-Glutamyltransferase (GGT), Bilirubin und alkalischer Phosphatase (ALP) berechnet. Der Fettgehalt der Leber wurde bei 458 Teilnehmern mittels Protonenmagnetresonanzspektroskopie bestimmt.

Ergebnisse

Die Konzentrationen von ALT, AST, LDH und ALP nahmen sowohl bei Mädchen als auch bei Jungen mit dem Alter ab, während GGT und Bilirubin bei Mädchen über alle Altersgruppen hinweg vergleichbar waren und bei Jungen mit dem Alter leicht anstiegen. Kinder und Jugendliche mit Übergewicht oder Fettleibigkeit wiesen in allen Altersgruppen höhere ALT-Konzentrationen auf. Die ALT-Konzentrationen und in geringerem Maße auch die GGT-Konzentrationen stiegen bei Jungen mit Übergewicht oder Fettleibigkeit mit dem Alter an. Der optimale ALT-Cut-Point für die Diagnose einer Lebersteatose (Leberfettgehalt > 5 %) lag bei Mädchen bei 24,5 U/L (Sensitivität: 55,6 %, Spezifität: 84,0 %) und bei Jungen bei 34,5 U/L (Sensitivität: 83,7 %, Spezifität: 68,2 %).

Schlussfolgerungen

Die pädiatrischen Normalwerte für Leberenzyme variieren mit Alter und Geschlecht. Übergewicht und Fettleibigkeit sind mit erhöhten biochemischen Markern für Leberschäden verbunden. Diese Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit der Prävention und Behandlung von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen. (J Clin Endocrinol Metab XX: 0-0, 2019)

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